Autonomous Sensory Meridian Response

Die Autonomous Sensory Meridian Response (oft als ASMR abgekürzt) bezeichnet ein emotionales Kopfkribbeln, das als angenehm und beruhigend empfunden wird.

Dieses Kribbeln wird durch Sinnesreize aus verschiedenen Sinnesmodalitäten ausgelöst, beispielsweise durch Berührungen am Kopf beim Friseurbesuch, bestimmte Geräusche (z. B. das Reiben von Händen), ruhige Stimmen oder eine nahe, persönliche Aufmerksamkeit durch eine andere Person. Das Phänomen ist bisher noch nicht wissenschaftlich erforscht.

Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) ist ein Neologismus, der in der Netzkultur entstand.

 

Verbreitung

Der Begriff „Autonomous Sensory Meridian Response“ breitete sich seit dem Jahr 2010 im anglo-amerikanischen Raum aus, um dieses Kopfkribbeln zu beschreiben. Es entstand auf YouTube ein Trend mit Videoclips, welche die ASMR auslösen sollen, wobei die bekanntesten Clips teilweise millionenfach angesehen wurden. Im Frühjahr 2014 gab es mehr als zwei Millionen Videoclips zu diesem Phänomen.

Der Trend breitet sich seit einiger Zeit auch im deutschsprachigen Raum aus. Im Jahr 2012 erschienen die ersten deutschsprachigen Medienberichte über diese Bewegung.

Seit Anfang 2015 gibt es noch keine deutsche Übersetzung für „Autonomous Sensory Meridian Response“. Die Abkürzung ASMR hat sich als einheitlicher Begriff in Deutschland etabliert. Umgangssprachliche Bezeichnungen sind Kopfkribbeln, Kopf-Orgasmus, Gehirnmassage und Sinnesmassage. Während einige ASMR schauen, um dieses Kopfkribbeln zu spüren, gibt es ASMR-Hörer, welche durch die hervorgerufene Entspannung ihre Schlafstörung oder Panikattacken besiegen konnten.

Reaktionen der Wissenschaft

Der Neurologe Steven Novella von der Yale University School of Medicine hält es für plausibel, dass manche Menschen ASMR aufzeigen, da sich die Menschen neurologisch unterscheiden und kein Mensch eine exakte Kopie eines anderen Menschen ist. Er schlägt vor, neurowissenschaftlich zu untersuchen, wie sich die Gehirne zwischen den Personen, welche die ASMR kennen, und einer typischen Kontrollgruppe unterscheiden.

Tom Stafford von der University of Sheffield betrachtet es als schwierig, die ASMR wissenschaftlich zu erforschen, da es sich um Empfindungen handelt, die nicht von allen Personen erlebt werden. Er vergleicht die ASMR mit der Synästhesie, die früher lange für einen Mythos gehalten wurde, bis Forscher in den 90er-Jahren Methoden fanden, um die Synästhesie wissenschaftlich zu messen.

David Huron, Professor an der School of Music der Ohio State University, unterscheidet ebenfalls zwischen musikalischen Chills und der ASMR. Er sagt, dass die ASMR stark mit der Wahrnehmung von Gefahrenlosigkeit und altruistischer Aufmerksamkeit zusammenhänge.

Abgrenzung zum „Gänsehaut-Effekt“

Die ASMR wurde von musikalisch induzierten Gänsehautgefühlen, den sogenannten „Chills“, dadurch abgegrenzt, dass die ASMR recht lange anhalten können (so lange wie der Auslöser), während die musikalischen Chills nur wenige Sekunden lang dauern. Als ein weiterer Unterschied zwischen der ASMR und musikalischen Chills wurde beschrieben, dass die ASMR im Gegensatz zu musikalischen Chills nicht von einem aufregenden Gefühl begleitet wäre, sondern stattdessen sehr entspannend wirke.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomous_Sensory_Meridian_Response