Teufelskreis Übergewicht

Köln (pte014/10.06.2011/12:10) – Insulin ist auch in Dopamin-produzierenden Zellen des Mittelhirns wirksam. Das haben Forscher vom Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln und des Exzellenzclusters CECAD der Universität zu Köln herausgefunden. Bisher ging man davon aus, dass Insulin im Hypothalamus als Signalgeber für Hunger funktioniert. Insulin steuert, ob wir hungrig oder satt sind.

Die Wissenschaftler konnten belegen, dass das Ausschalten der Insulin-Rezeptoren in den Nervenzellen im Mittelhirn zu Gefräßigkeit und Übergewicht führt. „Wir vermuten, dass eine Unterfunktion des Dopaminsystems für das Übergewicht verantwortlich ist“, sagt Christine Könner, Erstautorin der Studie, in einem Gespräch mit pressetext.

Zudem befinde sich im Mittelhirn das Belohnungssystem. Dieses könne das System im Hypothalamus überrennen. „Dann isst man ein Stück Kuchen, obwohl man gar keinen Hunger hat“, sagt Könner. Die Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, der dem Hypothalamus übergeordnet ist. Denn die untersuchten Nervenzellen enthalten Dopamin, einen Neurotransmitter, der als „Glückshormon“ bekannt ist und beim Suchtverhalten eine Rolle spielt.

Ob das Insulin hemmend oder aktivierend auf Dopamin reagierende Zellen wirkt, war bisher nicht bekannt. Könner vermutet, dass eine Störung im Insulin-Haushalt durch Übergewicht ausgelöst wird. „Das ist wie ein Teufelskreis: das Gehirn nimmt nicht mehr wahr was bei der Sättigung stattfindet und verstärkt die Insulinresistenz.“

pressetext.com

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